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Ladendiebstahl in Deutschland nimmt zu
Angesichts der Kriminalitätsraten nimmt in Deutschland das Delikt des Ladendiebstahl immer weiter zu; da die Kunden dazu immer anspruchsvoller werden, möchten sie die Waren vor Ort begutachten können.
Voraussetzung hierfür ist eine freie Präsentation der angebotenen Produkte. Dies bedeutet jedoch gleichzeitig auch eine Erhöhung des Diebstahlsrisikos. Ladendiebstähle verursachen jährlich rund 2,5 Milliarden Euro Schaden. Dabei richtet diesen gewaltigen Schaden hauptsächlich die Masse der Gelegenheitstäter an, die "bloß eine Kleinigkeit" einstecken. Ladendiebstahl ist weder ein
Kavaliersdelikt noch eine Mutprobe. Die Zeit, wo Geschäftsinhaber noch einmal ein Auge zudrückten, ist vorbei. In Deutschland ist rund jede zehnte bekannt gewordene Straftat ein Ladendiebstahl, rund jeder vierte bekannt gewordene Tatverdächtige ein Ladendieb. Ladendiebe gibt es in allen Bevölkerungsschichten.
Kinder, Jugendliche und ältere Frauen stellen überdurchschnittliche Täteranteile. Ladendiebstahl wird heute grundsätzlich angezeigt - die Folgen für die Täter sind entsprechend:
Kostenerstattung,
Hausverbot,
Hausdurchsuchung,
Gerichtsverhandlung und
Bestrafung.
Von der Peinlichkeit vor den Nachbarn und Bekannten als Dieb dazustehen, und schwerwiegenden beruflichen Nachteilen ganz zu schweigen.
Darüber hinaus ist es Unsinn zu glauben, mit Ladendiebstahl schädige man ja nur das Kaufhaus oder die Versicherungen. Wir alle zahlen dafür in Form von höheren Preisen. Daran und an die peinlichen, oft fatalen Folgen sollte man immer denken, auch wenn das "Angebot" noch zu verlockend und die Ware noch so unbeaufsichtigt erscheint: Das Risiko, erwischt zu werden, nimmt in Folge immer perfekter werdender Überwachungsmaßnahmen ständig zu.
Ladendiebstahl ist eine kriminelle Handlung und kann zum ersten Schritt auf der schiefen Bahn werden. Ladendiebe stehlen als Kunden in Selbstbedienungsläden und Kaufhäusern während der Öffnungszeit ausgelegte Waren. Gelegenheitstäter nutzen die Abwesenheit oder anderweitige Beschäftigung des Personals zum raschen Einstecken, während gewerbsmäßige Täter in Gruppen auftreten, das Personal ablenken, auch präparierte Behältnisse zum Diebstahl verwenden oder ganz offen vorgehen.
Tatzeitspitzen liegen in den Zeiten, zu denen die meisten Kunden im Haus sind. Bevorzugtes Diebesgut sind Waren des gehobenen Lebensbedarfs, Luxusgüter. Notdiebstahl ist selten, fast jeder Ladendieb hat genug Geld zum Bezahlen des gestohlenen Guts - meist hat er es sogar bei sich.
Das Dunkelfeld beim Ladendiebstahl wird auf über 90 Protent geschätzt - auf jeden erkannten Ladendieb kommen mindestens zehn unerkannte Diebe. Inventurdifferenzen lassen sich nicht allein auf Ladendiebe zurückführen; rund die Hälfte der Differenzen machen Personaldiebstahl, Lieferantendiebstahl, Irrtum, Bruch und Verderb aus. Vorbeugung gegen Ladendiebstahl setzt auf Abschreckung.
Der Ladendieb fürchtet im Grunde nur die Beobachtung und Ergreifung auf frischer Tat. Etwa jeder vierte angezeigte Ladendieb in Deutschland ist unter 18 Jahre alt. Junge Menschen verkennen vielfach, wo aus Spiel, Abenteuer, Streich oder Mutprobe eine strafbare Handlung wird.
Sie fügen anderen Schaden zu, ohne sich darüber klar zu sein. Und sie können ihre Handlungen und insbesondere die Folgen nicht richtig einschätzen.
Unsere Tipps:
Eltern sind Vorbilder: Jungen Menschen Ehrlichkeit, Aufrichtigkeit und Gewaltfreiheit vorleben.
Jungen Menschen die Strafbarkeit und den Schaden des Ladendiebstahls verdeutlichen, für den alle Verbraucher bezahlen müssen.
Mit jungen Menschen über Umgang, Freizeitbeschäftigung, Konsumverhalten sprechen und Verdachtsmomenten vorsichtig nachgehen.
Jungen Menschen mögliche Folgen von Straftaten erklären: Ermittlungen der Polizei, Maßnahmen des Jugendamtes, Ahndung durch das Jugendgericht, langjährige Schadenersatzforderungen.
Straftaten junger Menschen sind meist eine Episode und immer eine Chance für einen Neuanfang. ...
geschrieben am 21.12.2008 um 08:26 Uhr.
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