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Ladendiebe klauen die Regale leer

Ladendiebstähle nehmen deutlich zu

Ladendiebe klauen die Regale leerDezember 2009

"So schlimm war es mit den Diebstählen in der Vorweihnachtszeit noch nie. Ich beauftrage jetzt eine Detektei. Anders wird man der Lage nicht mehr Herr." Die Einschätzung von Gerd Grümmer, Vorsitzender des Einzelhandelsverbandes, ist eindeutig. Seit ungefähr Mitte November wird seiner Einschätzung nach in den Geschäften deutlich mehr gestohlen, besonders in der Innenstadt. "Das geht quer durch alle Branchen", weiß Grümmer aus Gesprächen mit mehreren Einzelhändlern.

Auch in seinen vier Edeka-Märkten hat der Geschäftsmann in jüngster Zeit schon so manche üble Überraschung erlebt. Am häufigsten schlugen die Diebe in seiner Innenstadt-Filiale an der Mühlenbrücke zu. "Es wurden schon ganze Regale mit Kosmetika am hellen Tag leergeräumt", berichtet Grümmer. Ziel der Täter sind auch immer wieder unbesetzte Kassen. "Da lenken die Komplizen zwei Kassiererinnen ab, und an der dritten greift einer zu. Das dauert zwei Sekunden. Wir bringen jetzt das Geld ständig weg", sagt Grümmer. Denn auch vor der Videoüberwachung schreckt manche Tätergruppe nicht mehr zurück.

Die Täter nutzen die Hektik des Weihnachtsgeschäftes

Gerd Grümmer vermutet mittlerweile, dass zurzeit nicht nur kleine Ladendiebe am Werk sind, die ihren Liebsten ein geklautes Parfüm-Fläschchen unter den Weihnachtsbaum legen wollen. Er geht davon aus, dass vermehrt Banden am Werk sind, die die Hektik im Weihnachtsgeschäft für ihre Zwecke nutzen, um Geld oder Ware in größerem Umfang stehlen, um sie anschließend zum Beispiel übers Internet zu verkaufen.

Gerd Grümmer wird deshalb nicht nur seine Filialen zusätzlich durch Detektive sichern, sondern auch noch einen Brief an die Kollegen vom Einzelhandelsverband schreiben, um sie vor den Tätern zu warnen.

Auch Karstadt-Chef Andy Grabowski kennt das Problem. "In der Vorweihnachtszeit arbeiten wir deshalb immer mit höherem Einsatzvolumen. Wir zeigen gezielt Präsenz", erklärt er. Was im Kaufhaus in erster Linie gestohlen wird, "das bleibt Betriebsgeheimnis". Grabowski verrät nur so viel: "Wir haben einige Schwerpunktbereiche, die wir anders absichern." Sein Haus setzt schon seit Jahren auf Detektive - das ganze Jahr über.

Polizeisprecher Sönke Hinrichs bestätigte die Tendenz, dass in der Vorweihnachtszeit im Einkaufsgetümmel mehr gestohlen wird. Die Täter nutzen die Hektik für ihre illegalen Zwecke aus. Allerdings schlägt sich das Problem nicht immer in der Statistik der Ermittler nieder. Der Grund: Viele Geschäftsleute zeigen laut Hinrichs die Taten nur dann an, wenn sie den Täter erwischt haben und festhalten konnten.

Aber nicht nur die Geschäftsleute mit ihrem Angebot geraten zurzeit ins Visier von Dieben: "Auch Taschendiebe sind in der Vorweihnachtszeit besonders aktiv", weiß der Polizeisprecher. Gerade da, wo viel Gedränge ist, sollten die Menschen auf ihr Portemonnaie oder Wertsachen achten. Sonst ist das Handy schnell aus der Jackentasche gestohlen. Egal ob im voll besetzten Bus, in der Warteschlange vor der Kasse oder auf dem gut besuchten Weihnachtsmarkt: Dreiste Diebe sind zurzeit laut Polizei gern überall da unterwegs, wo richtig viel los ist.

geschrieben von Walter C. Dieterich Sicherheitsexperte am 09.12.2009 um 14:53 Uhr.


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